Rezension | Abby Jiménez - The Friend Zone

 


Rezensionsexemplar als EBook

★★   4   Sterne 

The Friend Zone
Erschienen bei dtv
Taschenbuch (13,-€)

Erscheinungstermin: 13.11.2025
 448 Seiten

𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟


Schon nach den ersten Seiten von „The Friend Zone“ wurde mir klar, dass Abby Jimenez ein besonderes Talent dafür hat, Leichtigkeit und Schmerz so miteinander zu verweben, dass ich gleichzeitig grinsen und schlucken musste. Ich bin relativ locker an die Geschichte herangegangen, doch schneller als gedacht war ich komplett eingesogen.


Kristen als Hauptfigur hat mich sofort abgeholt. Ihre Schlagfertigkeit wirkt nie aufgesetzt, sondern wie ein Schutzschild, das sie mit viel Humor poliert. Ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich über ihre Kommentare lachen musste – und dann im nächsten Moment spürte, wie schwer ihre Situation eigentlich auf ihr lastet. Ihr Zwiespalt, einerseits unbeschwert auftreten zu wollen, während im Hintergrund eine existenzielle Entscheidung drückt, hat mich sehr berührt. Ich mochte, wie ehrlich die Autorin diesen inneren Kampf beschreibt, ohne ihn unnötig dramatisch auszuschmücken.


Und dann taucht Josh auf – charmant, zuverlässig, ein bisschen zu gut, um wahr zu sein, aber gerade dadurch unwiderstehlich. Die Dynamik zwischen den beiden hat mich komplett abgeholt. Diese Art von Funkeln, die sich langsam zu einem warmen Glühen entwickelt, ohne dass man sich dagegen wehren kann – genau dieses Gefühl transportiert das Buch unglaublich gut. Gleichzeitig war es für mich bittersüß zu lesen, wie Kristen ständig versucht, sich selbst aus dem Rennen zu nehmen, weil ihre Vorstellung von Zukunft nicht mit seiner zusammenpasst.


Was mir besonders gefallen hat: Die Autorin nimmt sich Zeit für die kleinen Momente. Gespräche, die unter die Haut gehen. Blicke, die mehr sagen als die Worte, die danach kommen. Und obwohl es definitiv humorvoll zugeht, gibt es Passagen, die mich sehr nachdenklich gestimmt haben. Der Roman hat mir gezeigt, wie kompliziert es sein kann, jemandem nahe zu kommen, wenn man selbst glaubt, nicht genug zu sein – oder nicht das bieten zu können, was der andere sich wünscht.


Warum „nur“ vier Sterne? An ein, zwei Stellen hätte ich mir weniger Missverständnisse und mehr Vertrauen zwischen den beiden gewünscht. Manchmal hatte ich das Gefühl, Kristen steht sich etwas zu sehr selbst im Weg. Aber vielleicht macht gerade das die Geschichte so authentisch – wer kennt es nicht, sich selbst die größten Hürden zu bauen?


Alles in allem ist „The Friend Zone“ für mich eine emotionale, humorvolle und berührende Liebesgeschichte, die mich auf mehreren Ebenen abgeholt hat. Ich habe gelacht, geschluckt, mich geärgert und mitgefiebert – und genau das erwarte ich von einem guten Buch.


Rezension von Silvana