𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Ich liebe Geschichten, die mich in vergangene Zeiten entfĂĽhren – besonders, wenn sie so glamourös funkeln wie die Juwelen von Cartier. Sophie Villard schafft es auch im zweiten Band der Saga, mich mitten ins pulsierende Paris der 1920er Jahre zu ziehen. Man spĂĽrt förmlich das Aufatmen nach dem Krieg, den Duft von ParfĂĽm, das Klirren der Champagnergläser und den neuen Lebenshunger dieser Epoche.
Jeanne, die junge Designerin, hat mir diesmal besonders gut gefallen. Sie wirkt ehrgeizig, kreativ und zugleich verletzlich – eine Frau, die ihren Platz zwischen Kunst, Liebe und gesellschaftlichen Erwartungen sucht. Ihre Beziehung zu Louis Cartier ist leidenschaftlich, aber auch kompliziert – genau das sorgt fĂĽr emotionale Spannung, ohne ins Kitschige abzurutschen.
Was mir besonders gefallen hat, ist der feine Schreibstil. Villard beschreibt Schauplätze und Stimmungen so elegant, dass man sich selbst zwischen Seide, Gold und Jazzklängen wiederfindet. Auch die historischen BezĂĽge – von der Mode bis zur Nachkriegsstimmung – sind glaubwĂĽrdig eingebettet und verleihen der Geschichte Tiefe.
Ein kleiner Wermutstropfen: An manchen Stellen zieht sich die Handlung etwas, besonders in der Mitte, wenn die privaten Konflikte überhandnehmen und der geschäftliche Teil rund um das Cartier-Imperium etwas in den Hintergrund rückt. Da hätte ich mir mehr Einblicke in die kreative Arbeit und die Entwicklung der legendären Schmuckstücke gewünscht.
Trotzdem hat mich das Buch gefesselt und verzaubert. Ich habe mit Jeanne mitgefiebert, geschmachtet, gezweifelt – und am Ende das Buch mit einem zufriedenen Seufzer zugeklappt.
Ein wundervoller Roman über Liebe, Leidenschaft und den unvergänglichen Glanz einer Marke, die Geschichte geschrieben hat.
Fazit: Ein stimmungsvoller, elegant erzählter Roman mit viel Atmosphäre und Emotion – glänzt nicht in jedem Moment, aber funkelt lange nach.
Rezension von Silvana
