Rezension / Ingeborg Arvola - Der Aufbruch

 

Rezensionsexemplar als Print

★★   4    Sterne 

Der Aufbruch
Erschienen bei Penguin
Hardcover (24,-€)

Erscheinungstermin: 19.03.2025
 416 Seite
   

𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟


Als ich Der Aufbruch von Ingeborg Arvola gelesen habe, war ich sofort in dieser frostigen, kargen Landschaft Nordfinnlands gefangen. Die Autorin schafft es, mit wenigen Worten ein Bild zu zeichnen, das mich förmlich in die Stille der verschneiten Wälder und an die eisigen KĂĽsten getragen hat. Dieses Setting hat mich von Anfang an begeistert – selten habe ich so plastisch gespĂĽrt, wie sehr Natur und Mensch ineinander verwoben sein können.


Die Geschichte um Brita Caisa hat mich berührt. Ihr Mut, trotz Verstoß und Verurteilung durch die Gesellschaft weiterzugehen, ist eindrucksvoll erzählt. Ich konnte gut nachvollziehen, wie schwer es ist, die Kinder mitzunehmen und gleichzeitig Hoffnung auf ein besseres Leben nicht zu verlieren. Die Reise wirkt fast wie ein innerer Spiegel: voller Zweifel, aber auch voller Kraft.


Was mir ein klein wenig gefehlt hat, waren manchmal die Nuancen bei den Nebenfiguren. Während Brita Caisa lebendig und greifbar wirkte, erschienen mir manche Charaktere neben ihr eher blass. Das ist schade, weil die Begegnungen unterwegs viel Potenzial für zusätzliche Tiefe gehabt hätten.


Trotzdem: Dieser Roman hat mich gefesselt. Er liest sich nicht nur wie eine spannende Lebensgeschichte, sondern auch wie eine Hymne an die Natur und die Freiheit, die man sich selbst erkämpfen muss. Der Aufbruch ist ein Buch, das mich noch länger beschäftigen wird – leise, intensiv und unbedingt lesenswert.


Rezension von Silvana