Rezension / Sophie Stava - Eine falsche Lüge - Wird es ihre letzte sein?

 

Rezensionsexemplar als Print

★★★   3    Sterne 

Eine falsche Lüge
Erschienen bei Fischer
Taschenbuch (17,-€)
Übersetzung: Janine Malz
Erscheinungstermin: 16.07.2025
 416 Seiten

𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟


Beim Lesen dieses Buches musste ich mehr als einmal an die Romane von Freida McFadden denken – diese Mischung aus Spannung, Undurchsichtigkeit und dem Gefühl, dass unter der Oberfläche viel mehr brodelt, als man auf den ersten Blick erkennt. Das Setting, die Charaktere, die kleinen Unehrlichkeiten, die sich langsam zu etwas Größerem aufschaukeln… das hat schon seinen Reiz.


Was mich gleich zu Beginn gepackt hat, war die Hauptfigur Sloane. Ihre kleinen Lügen waren zwar durchschaubar, aber irgendwie nachvollziehbar – so menschlich. Diese erste Szene im Park, in der sie sich spontan als Krankenschwester ausgibt, war zwar moralisch fragwürdig, aber spannend eingefädelt. Und plötzlich steckt sie mitten in einer Familie, in einem neuen Leben. Ich gebe zu, das hat mich neugierig gemacht. Wie weit würde sie gehen?


Der Perspektivwechsel zwischen Sloane, Violet und Jay hat mir gut gefallen. Man bekommt dadurch einen etwas differenzierteren Blick auf das Geschehen, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass manche Figuren ein bisschen blass geblieben sind. Gerade Jay wirkte auf mich eher wie ein Statist im eigenen Leben – da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.


Was mir ein bisschen gefehlt hat, war der Thrill. Ich war zwar durchgehend interessiert, wollte wissen, wie es weitergeht, aber so ein richtiger Spannungsmoment, bei dem ich den Atem angehalten hätte – der blieb aus. Stattdessen plätschert die Geschichte lange vor sich hin, lebt eher von ihrer Atmosphäre und dem schleichenden Unbehagen.


Das Ende… tja. Es war mir ehrlich gesagt zu konstruiert. Fast so, als hätte man auf den letzten Seiten noch schnell ein paar Überraschungseier verteilt, um das Ganze dramatischer wirken zu lassen, als es sich tatsächlich anfühlte. Nicht komplett unglaubwürdig, aber eben ein bisschen zu gewollt.


Unterm Strich: „Eine falsche Lüge“ hat mich gut unterhalten, keine Frage. Der Schreibstil ist angenehm, leicht zu lesen und der Einstieg ist gelungen. Aber für einen richtigen Psychothriller fehlte mir der Kick – das Überraschungsmoment, das mich auch nach dem Zuklappen des Buchs noch beschäftigt. Daher solide 3 Sterne. Kein Reinfall, aber auch kein Must-Read.


Rezension von Silvana