𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Schon nach den ersten Kapiteln war mir klar: Dieser Sommer wird anders ist einer dieser Romane, die man nicht einfach liest, sondern in denen man lebt. Carley Fortune hat hier eine Geschichte geschaffen, die gleichzeitig nach salziger Meeresluft, warmem Sand und einem Hauch bittersüßer Nostalgie riecht.
Lucy reist widerwillig nach Prince Edward Island, um ihrer besten Freundin Bridget aus einer prekären Lage zu helfen. Die Mission ist klar: Bridget zurück nach Toronto bringen und vor allem Felix, Bridgets Bruder, aus dem Weg gehen. Klingt einfach – wäre da nicht dieser Blick aus gletscherblauen Augen, der alte Erinnerungen wachruft. Schon beim ersten Wiedersehen ist spürbar: Hier gibt es noch offene Kapitel, die längst nicht zu Ende geschrieben sind.
Was mir so gefallen hat, ist die Mischung aus sommerlicher Leichtigkeit und emotionaler Tiefe. Die typischen Liebesroman-Tropes – Friends to Lovers, Forbidden Love, Second Chance – werden hier nicht plump bedient, sondern mit viel Feingefühl erzählt. Lucy und Felix wirken nicht wie Figuren aus einem Drehbuch, sondern wie Menschen, deren Entscheidungen Gewicht haben. Jede Annäherung, jedes Zögern, jede unausgesprochene Erinnerung fühlt sich echt an.
Der Schauplatz ist dabei fast ein eigener Charakter: Die rostfarbenen Klippen, das Dünengras im Wind, das sanfte Rauschen der Wellen – all das schafft eine Atmosphäre, in der man selbst ein bisschen den Alltag vergisst. Ich konnte förmlich spüren, wie dieser Ort für Lucy einerseits ein Paradies und andererseits ein Ort voller Versuchungen ist.
Was mich am meisten gepackt hat, war die unterschwellige Spannung. Dieses Spiel zwischen Nähe und Distanz, zwischen dem, was man sich wünscht, und dem, was man sich zu erlauben glaubt, hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Man fiebert mit, hofft, und ist trotzdem unsicher, ob ein Happy End überhaupt möglich ist.
Kurz gesagt: Dieser Sommer wird anders ist nicht einfach nur ein Urlaubsroman, sondern eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle – inmitten einer Kulisse, die man am liebsten selbst besuchen würde. Für mich ein perfekter Sommerroman, der Herz und Kopf gleichermaßen anspricht.
Rezension von Silvana
