𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Manchmal ist es sogar komisch – und manchmal einfach nur traurig. Und beides gleichzeitig. Genau das macht dieses Buch fĂĽr mich so besonders.
Ich hatte ehrlich gesagt keine groĂźe Lust auf noch eine dieser Geschichten ĂĽber das Ă„lterwerden, Pflegefragen und das Elend familiärer Nähe – aber was Norbert Kron hier erzählt, hat mich schon nach wenigen Seiten gepackt. Nicht, weil es dramatisch wäre, sondern weil es so unaufgeregt, so ehrlich und gleichzeitig herrlich schräg daherkommt.
Die Beziehung zwischen dem Erzähler und seiner Mutter ist eine ständige Gratwanderung zwischen Zuneigung und Wahnsinn. Das Buch macht keinen Hehl daraus, wie anstrengend, manchmal fast absurd diese Mutter-Sohn-Dynamik ist. Und gerade darin liegt die groĂźe Stärke: Der Ton bleibt leicht, auch wenn es um schwere Themen geht – Demenz, Schuld, Vergangenheit, Pflege, Tod. Alles ist da, aber ohne Drama-Gehabe. DafĂĽr mit einem feinen, manchmal schmerzhaft genauen Humor.
Was mich am meisten berĂĽhrt hat: Trotz aller Reibung, allem Streit, aller Ăśberforderung – zwischen diesen beiden Menschen liegt etwas, das man nicht anders nennen kann als Liebe. Nicht die sĂĽĂźe Hollywood-Variante, sondern eine zähe, trotzig gewachsene Verbundenheit, die sich nicht einfach auflösen lässt, selbst wenn man es manchmal gerne wĂĽrde.
Am Ende bleibt fĂĽr mich das GefĂĽhl, etwas gelesen zu haben, das persönlich ist, aber nicht privat. Ein Buch, das nicht belehren will, sondern zeigt. Und mich dabei immer wieder an meine eigene Familie erinnert hat – mit all ihren Schrullen, ihrem Wahnsinn, aber auch mit Momenten, in denen man, gegen jede Erwartung, plötzlich lacht. Und manchmal ist es sogar lustig.
Rezension von Silvana
