𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Ich weiß gar nicht, wie ich anfangen soll – dieses Buch hat mich auf eine Weise berührt, wie es nur wenige schaffen. „Durchbrich den Kreislauf“ ist kein klassisches Sachbuch, das mit dem erhobenen Zeigefinger durch trockene Theorien führt. Es ist eher wie ein stiller, verständnisvoller Begleiter, der sich zu einem auf die Couch setzt, einen Kaffee hinstellt und sagt: „Komm, schauen wir uns das gemeinsam an.“
Was Gina Kümmel hier geschaffen hat, ist weit mehr als eine Analyse über Trauma und seine Weitergabe über Generationen. Es ist ein Buch, das aufklärt, ohne zu überfordern – das komplexe Zusammenhänge verständlich macht, ohne zu vereinfachen – und das vor allem eines vermittelt: Du bist nicht allein.
Ich habe beim Lesen viele Male innegehalten. Nicht, weil es zäh war – im Gegenteil. Sondern weil ich plötzlich Dinge erkannt habe, die mir vorher nie so bewusst waren. Familiäre Muster, alte Glaubenssätze, eingefleischte Verhaltensweisen… auf einmal ergab alles einen Sinn. Kümmel erklärt das Konzept des „Cyclebreakers“ so eindringlich, dass ich mich zum ersten Mal selbst in dieser Rolle gesehen habe – mit all der Schwere, aber auch mit der Kraft, die darin liegt.
Besonders stark fand ich die vielen Beispiele aus dem Leben, die theoretischen Impulse und die praktischen Ansätze zur Selbstreflexion. Es bleibt nicht bei der Theorie hängen – man wird direkt eingeladen, hinzuschauen, zu fühlen, sich selbst ernst zu nehmen. Und das alles ohne Druck oder moralische Keule. Eher mit sanfter Ermutigung.
Das Thema Trauma ist kein leichtes – aber es wird hier mit einer Tiefe, Würde und Klarheit behandelt, die mir wirklich den Mut gegeben hat, selbst hinzusehen. Und das Beste: Am Ende bleibt nicht Schwere zurück, sondern Hoffnung. Und das Gefühl, dass Veränderung möglich ist. Auch wenn der Weg nicht immer gerade verläuft.
Ein Buch, das man nicht nur einmal liest. Eher ein Begleiter, zu dem man immer wieder zurückkehren kann. Für mich ein Meilenstein auf meinem Weg der Heilung.
Rezension von Silvana
