𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Ich bin eher zufällig auf „Der gefesselte Wohlstand“ gestoĂźen – und ehrlich gesagt hat mich der Titel sofort neugierig gemacht. Geld, das da ist, aber nicht flieĂźt? Klingt erstmal nach einem spannenden Widerspruch. Und genau das ist es auch, was Felix Oldenburg in seinem Buch auf den Punkt bringt.
Was mir besonders gefallen hat: Er schreibt nicht als trockener Theoretiker, sondern als jemand, der mittendrin ist – in der Welt der Stiftungen, Philanthropie und des gesellschaftlichen Wandels. Seine Beobachtungen sind messerscharf, manchmal unbequem, aber immer konstruktiv. Ich hatte mehrfach das GefĂĽhl, dass mir jemand den Schleier von den Augen zieht – gerade was das unglaubliche Potenzial von Stiftungsgeldern angeht, das bislang eher vor sich hindämmert als aktiv gestaltet.
Der Stil ist angenehm direkt, oft mit einem Augenzwinkern, aber nie flapsig. Das Buch will wachrĂĽtteln – und das gelingt ihm ĂĽber weite Strecken auch sehr gut. Besonders beeindruckt hat mich, wie Oldenburg es schafft, scheinbar verstaubte Themen wie GemeinnĂĽtzigkeit oder Stiftungsrecht mit Leben zu fĂĽllen. Plötzlich sieht man all die Möglichkeiten, die in unserem System schlummern – und fragt sich, warum wir sie nicht längst nutzen.
Ein kleiner Wermutstropfen: An manchen Stellen wird es dann doch etwas zu detailliert oder technisch, da hätte ich mir etwas mehr Leichtigkeit gewünscht. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Unterm Strich: „Der gefesselte Wohlstand“ ist ein kluges, engagiertes Buch, das nicht nur anprangert, sondern Lösungen vorschlägt – und dazu motiviert, selbst Teil der Veränderung zu werden. FĂĽr alle, die sich fĂĽr soziale Innovationen und das Zusammenspiel von Kapital und Gemeinwohl interessieren, eine klare Empfehlung.
Rezension von Silvana
