𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Ich weiß nicht, ob es an der Tel Aviver Hitze liegt oder am fehlenden Espresso während des Lesens, aber diese Liebesgeschichte zwischen Mia und David – ähm, wie sag ich’s charmant? Sie war für mich eher wie lauwarme Suppe in einem Sternerestaurant. Man erwartet ein Feuerwerk, kriegt aber Kerzenlicht mit Batterieschwäche. Da hat irgendwie der Funke gefehlt. Keine Gänsehaut, kein Hach-Moment, eher ein leises Na gut… dann halt ihr zwei.
ABER – und jetzt kommt das große Aber mit doppelter Betonung: Das Setting! Halleluja und Shalom! Jerusalem/ Tel Aviv haben mich auf jeder Seite gefesselt. Ich hab sofort Lust bekommen, durch die Straßen zu streifen, Falafel zu futtern und mit jemandem über das jüdische Leben zu philosophieren. Schade nur, dass das Thema manchmal eher wie eine spannende Nebenrolle behandelt wurde, obwohl ich da so viel mehr drüber wissen wollte. Das jüdische Leben war für mich der heimliche Star des Buches, aber leider hat es zu selten den roten Teppich bekommen.
Christiane Wirtz schreibt stilistisch angenehm – ein bisschen melancholisch, ein bisschen rätselhaft, manchmal fast wie ein Tagebuch mit literarischem Anspruch. Das mochte ich! Trotzdem hätte ich mir ein bisschen mehr Mut zur Tiefe bei den Charakteren gewünscht.
Fazit: Wer auf Israel-Settings steht, kann hier definitiv reinschnuppern. Wer Herzklopfen à la Hollywood sucht – na ja, der sollte sich vielleicht vorher noch ’ne Dattel genehmigen und seine Erwartungen justieren.
Rezension von Silvana
