𝕊𝕡𝕠𝕚𝕝𝕖𝕣𝕗𝕣𝕖𝕚𝕖 ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟
Die Geschichte dreht sich um eine Mutter, die sich ganz der Pflege und dem Schutz von Tieren verschrieben hat – ein Engagement, das auf den ersten Blick löblich wirkt, doch schnell aus den Fugen gerät. Während sie sich immer mehr in ihre Tierliebe stĂĽrzt, vernachlässigt sie ihre eigenen Kinder.
Die düsteren, teilweise bedrückenden Szenen sind so gut beschrieben, dass ich förmlich den beißenden Geruch der Fäkalien wahrnahm, der in manchen Momenten förmlich aus den Seiten zu steigen schien. Diese Details verstärkte das intensive Leseerlebnis und machten die Erzählung zu einer besonderen, wenn auch herausfordernden Geschichte.
Das Buch besticht nicht nur durch seine Thematik, sondern auch durch das gelungene Zusammenspiel zwischen Inhalt und Gestaltung des Covers.
Besonders hervorzuheben ist der liebevolle Umgang der Geschwister miteinander. Inmitten der Vernachlässigung durch die Mutter schaffen sie es, sich gegenseitig Halt zu geben. Dieser familiäre Zusammenhalt sorgt für wichtige emotionale Ankerpunkte in der ansonsten oft düsteren Handlung und vermittelt eine zarte Hoffnung. Die Geschwisterbeziehung wirkt authentisch, es sind diese stillen Momente der Fürsorge, die dem Buch Tiefe und Wärme verleiht.
Trotz all dieser Stärken bleibt das Ende der Geschichte leider hinter meinen Erwartungen zurück. Der Schluss etwas abrupt und weniger befriedigend. Es hinterlässt das Gefühl, dass mehr zu erwarten gewesen wäre.
Nichtsdestotrotz bleibt es eine kraftvolle und einzigartige Geschichte, die sich tief ins Gedächtnis eingräbt. Alina Herbing schafft es, eine ungewöhnliche und bedrückende Familiengeschichte mit einem eindrucksvollen Setting zu verbinden, und die Platzierung des Buches auf der Hotlist der unabhängigen Verlage ist absolut verdient.
Rezension von Silvana
